Springe direkt zu Inhalt




Rückblick: Eröffnung der Ausstellung "Erzählstoff. Neue Perspektiven auf Literatur"


Eine Kollaboration zwischen dem EXC 2020 "Temporal Communities" und den Staatlichen Museen zu Berlin.

Eintritt in eine andere Zeitlichkeit

Image Credit: Offenblende Agency / Kerstin

Den Auftakt der Eröffnungsfeier machte die Musikerin und Komponistin Elshan Ghasimi. Mit ihrer Improvisation aus Percussion und der Langhalslaute Setar riss sie das Publikum aus der alltäglichen Hektik und ließ es in die flächige Zeitlichkeit ihrer Musik eintauchen.
Sie ist eine Virtuosin der persischen Zupfinstrumente und Expertin für persische Kunstmusik. Ausgebildet im klassischen Radif-Repertoire wurde sie im Alter von 17 Jahren das jüngste Mitglied des iranischen Nationalorchesters.
Seit 2016 lebt sie in Deutschland, wo sie weiterhin als Solistin auftritt, komponiert und mit renommierten Ensembles wie Concerto Köln musiziert. Ihr Werk verbindet das persische musikalische Erbe mit vielfältigen Musikgenres – darunter zeitgenössische klassische Musik, Jazz, experimentelle Musik und Alte Musik.

Das Machen von Literatur denken

Andrew James Johnston

Andrew James Johnston
Image Credit: Offenblende Agency / Kerstin

Neben Grußworten von Prof. Dr. Alexis von Poser und Prof. Dr. Patricia Rahemipour (Sprecher·innen FC Dahlem), die den Denkraum des FC Dahlem in seiner Interdisziplinarität sowie seiner Öffnung hin zu anderen Institutionen und zur breiteren Öffentlichkeit beschrieben, führte Prof. Dr. Andrew James Johnston (Freie Universität Berlin/Co-Sprecher EXC 2020) ausgehend von den präsentierten Objekten in die Vielfalt literarischer Erscheinungsformen ein. Dabei schlug er den Bogen von seiner eigenen Lektüre von Comics im Kindesalter zum Zusammenspiel von Bild und Text bei der Graphic Novel Die Balkanroute in der Ausstellung. Literatur ist so viel mehr als gedruckter Text zwischen Buchdeckeln und sie ist immer ein "Machen", eine Praxis.

Das Machen von Literatur machen

Image Credit: Offenblende Agency / Kerstin

Dennis Hopp und Elshan Ghasimi machten ganz in diesem Sinne gemeinsam Literatur. Er rezitierte Vierzeiler (Rubaijat) des Dichters Hafis aus dem 14. Jahrhundert in der deutschen Übersetzung von Joseph von Hammer-Purgstall aus den Jahren 1812/13. Sie übertrug diese in Improvisationen auf der Setar.

Dennis Hopp stammt aus Lingen (Ems). Er studierte Musikwissenschaft, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaftliche Anthropologie an der Universität Paderborn. 2021/2023 Mitarbeit im Projekt "Time in Sound and Music/Music and Sound in Time" und im Digitalisierungsprojekt MDVOS am Berliner Ethnologischen Museum/Museum für Asiatische Kunst, seit Sommer 2023 Sammlungsverwalter der Abteilung Medien. 
Während des Studiums entdeckte Dennis Hopp seine Liebe zur Lyrik insbesondere des Fin de Siècle, die er gerne im Rahmen von Rezitationskonzerten vorträgt. 

"Aber Esel sind mit Gold aufgezäumt"

Image Credit: Offenblende Agency / Kerstin

Zum Abschluss der musikalisch-lyrischen Performance erklang eine Ghasal, eine längere Gedichtform bestehend aus in diesem Fall 10 Verspaaren, des Dichters Hafis in deutscher Übersetzung. Es antwortete die Schalenhalslaute Rubab.

…

Suchest du Hafisens Rath,
Theurer geh', und thue Gutes,
Dieser Rath ist besser, als
Alle Schätze, wie ich sehe.