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Filme und Gespräche zur optischen Literatur

Mit und von Christian Bau, Florian Fuchs, Britta Hartmann, Martin Koerber, Ingo Kratisch, Frederik Lang, Renate Sami und Michael Töteberg

Teil der Sektion »Optische Literatur« im Rahmen des Festivals »Assemblage Berlin. 60 Jahre Literatur intermedial«, einer Kooperationsveranstaltung des Exzellenzclusters »Temporal Communities« und des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB), 15.-17. Juni 2023

»Frühzeit und Experimente in den 1960er Jahren«

Mit experimentellen Kurzfilmen wie »In-Side-Out«, dem Debütfilm des Beat-Poeten George Moorse, mischte die Filmabteilung des LCB in den 1960er Jahren die westdeutsche Filmlandschaft auf. Dazu gehörte auch der auf einer Kurzgeschichte von Alberto Moravia basierende Kurzfilm »Anfangszeiten«, den Wolfgang Ramsbott, der Leiter der Filmabteilung, gemeinsam mit der Filmklasse der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg realisierte. Der damalige Student und spätere Filmemacher Christian Bau spricht mit dem Filmhistoriker Michael Töteberg über die Anfangsjahre der Filmabteilung des LCB.

»In-Side-Out« (R: George Moorse, 16 Min.) und »Anfangszeiten« (R: Wolfgang Ramsbott, Christian Bau u.a., 15 Min.), Gespräch mit Christian Bau und Michael Töteberg
16. Juni 2023, 14 Uhr im LCB
»Filmemacherinnen am LCB in den 1980er Jahren«

Die Förderung von Filmemacherinnen war ein zentrales Anliegen von Ursula Ludwig, der  langjährigen Produktionsleiterin der Filmabteilung des LCB. Herausragend war dabei vor allem die Zusammenarbeit mit den Regisseurinnen Helma Sanders-Brahms und Helga Reidemeister, über deren LCB-Produktionen Britta Hartmann (Professorin für Medienwissenschaft, Universität Bonn) und Martin Koerber (ehemaliger Leiter Audiovisuelles Erbe der Deutschen Kinemathek) sprechen werden. 

 »Karola Bloch – Dann nimmt die Frau die Geschicke in die Hand« (R: Helga Reidemeister, 45 Minuten), Gespräch mit Britta Hartmann und Martin Koerber
16. Juni 2023, 20 Uhr im LCB
»Dokumentar- und Essayfilme zu Literatur«

Porträts von Schriftsteller:innen sowie Dokumentar- und Essayfilme zu literarischen Themen waren ein Schwerpunkt der Filmabteilung des LCB und dessen Leiter Wolfgang Ramsbott, der unter anderem den Zyklus »Die literarischen Profile europäischer Großstädte«  drehte. Ein Highlight aus dieser Werkgruppe ist der Essayfilm »Cesare Pavese. Turin – Santo Stefano Belbo«, über dessen Entstehung der Literaturwissenschaftler Florian Fuchs gemeinsam mit Renate Sami (Regie) und Ingo Kratisch (Kamera) sprechen wird.

Filmvorführung »Cesare Pavese« (Renate Sami, Petra Seeger, K: Ingo Kratisch, 60 Min.), Gespräch mit Florian Fuchs, Ingo Kratisch, und Renate Sami
17. Juni 2023, 12 Uhr im LCB


Christian Bau ist Filmemacher und war in u.a. verschiedenen Funktionen an den LCB-Produktionen »Anfangszeiten« (1966), »Poesie der Großstadt« (1966), »Kuckucksjahre« (1967), »Die Alexanderschlacht« (1968) und »Blinker« (1969) beteiligt.

Florian Fuchs ist Research Postdoc im EXC 2020 und arbeitet u.a. an einem Projekt über den »Theoriefilm« als eine visuelle Form schriftlicher Denkpraktiken. Sein Buch »Civic Storytelling: The Rise of Short Forms and the Agency of Literature« erscheint im Mai 2023 bei Zone Books.

Britta Hartmann ist Professorin für Filmwissenschaft und Audiovisuelle Medienkulturen an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mitglied von CineGraphBabelsberg. Redakteurin der Zeitschrift »Montage AV«. Publikationen u.a. »Aller Anfang. Zur Initialphase des Spielfilms« (Marburg 2009) und »Motive des Films. Ein kasuistischer Fischzug« (hg. mit Christine N. Brinckmann und Ludger Kaczmarek, Marburg 2012). 

Martin Koerber leitete von 2007 bis 2022 das Filmarchiv der Deutschen Kinemathek. Dort sind unter anderem die Filme des LCB archiviert, deren Restaurierung und Digitalisierung Koerber zuletzt vorantrieb. Gemeinsam mit Richard Kostelanetz drehte er 1984 den Film »Ein verlorenes Berlin«, produziert vom LCB.

Ingo Kratisch ist Filmemacher. An der LCB-Produktion »Cesare Pavese. Turin – Santo Stefano Belbo« (1984, Renate Sami, Petra Seeger) war er als Kameramann beteiligt. Als Regisseur drehte er gemeinsam mit Jutta Sartory die Filme »Logik des Gefühls« (1982) und »Diesseits und Jenseits« (1983) für das LCB.

Frederik Lang ist Filmhistoriker. Mitherausgeber von »Ufa international. Ein deutscher Filmkonzern mit globalen Ambitionen« (München 2021), Autor von »Hartmut Bitomsky. Die Arbeit eines Kritikers mit Worten und Bildern« (Wien 2020) und Kurator von »Optische Literatur. Die Filmabteilung des Literarischen Colloquiums Berlin« (2023) und »Mise en scène Julien Duvivier« (gemeinsam mit Ralph Eue, 2023 im Kino Arsenal). Mitglied von CineGraph Babelsberg, Co-Kurator von Wiederentdeckt und Redakteur von »Filmblatt«.

Renate Sami ist Filmemacherin und drehte für das LCB die Filme »Die Schutzfolie« (1982) und »Cesare Pavese. Turin – Santo Stefano Belbo« (1984).

Michael Töteberg ist Filmpublizist und war Leiter der Agentur für Medienrechte beim Rowohlt Verlag. Autor von Büchern über Fritz Lang, R. W. Fassbinder, Tom Tykwer und Fatih Akin. Mitherausgeber u. a. von »Das Ufa-Buch« (Frankfurt am Main 1992) und »Metzler Film Lexikon« (2. Aufl., Stuttgart 2005).