Schwere Geburten: Danaë und Semele
Simon Godart – 2021
Schicksalhafte Geburten unter besonderen, erschwerten Bedingungen, die Götter oder Helden hervorbringen, lassen erkennen, wie sich Verheißungen und Götterwillen oftmals über Wahrscheinlichkeit und natürliche Bestimmung hinwegsetzen. Ovid stiftet etwa eine Beziehung, die die genealogisch ohnehin verwandten Kinder des Zeus, Perseus und Bacchus, ihrem Schicksal und den Bedingungen ihrer Geburt nach aneinanderbindet. Obwohl die Zweifachgeburt des Bacchus im dritten Buch der Metamorphosen (met. 3, 253–315) von der beiläufigen Erwähnung der wundersamen Schwangerschaft der Danaë im vierten (met. 4, 604–5, 249) im Text voneinander getrennt sind, knüpft Ovid ein Band zwischen beiden Vorfällen, indem er Acrisius, den König von Argos, als widerwilligen Zeugen und ungläubigen Ahnen einführt.
How to cite:
Simon Godart. "Schwere Geburten: Danaë und Semele." In Ovid-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, edited by Melanie Möller, 388–91. Stuttgart: J.B. Metzler, 2021. https://doi.org/10.1007/978-3-476-05685-6_60.
