Springe direkt zu Inhalt

Die amoralische Moralität der Kunst. Oscar Wildes negativer Perfektionismus

Journal cover © Felix Meiner Verlag, Hamburg

Journal cover © Felix Meiner Verlag, Hamburg

Sebastian Tränkle – 2022

Gegenwärtig werden häufig politisch-moralische Ansprüche an die Kunst gerichtet. Dieser Aufsatz tritt ihnen unter Verweis auf ihren grundsätzlichen Konflikt mit ästhetischen Ansprüchen entgegen. Anhand von Oscar Wildes ästhetisch-theoretischen Überlegungen entfaltet er die folgende These: Nicht indem Kunst sich an herrschenden Moralvorstellungen ausrichtet, sondern erst vermittelt durch die Amoralität ihrer ästhetischen Form wächst ihr ein sittliches Moment zu. Der erste Teil widmet sich Wildes Verteidigung des Lügens in der Kunst, die auf ein Plädoyer für deren gesellschaftliche Amoralität hinausläuft. Sie wird zugleich als Bedingung einer genuin ästhetischen Moralität verstanden. Der zweite Teil arbeitet die außerästhetischen Bezüge dieser ästhetischen Moralität heraus: die kritischen und die perfektionistischen Implikationen des ästhetischen Lügens. Den ästhetisch orientierten ethischen Perfektionismus Wildes bestimmt der dritte Teil als negativen und hebt ihn vom ästhetischen Selbstoptimierungsimperativ der Gegenwart ab.

Title
Die amoralische Moralität der Kunst. Oscar Wildes negativer Perfektionismus
Publisher
Felix Meiner Verlag
Location
Hamburg
Keywords
Article; RA 3: Future Perfect
Date
2022-07-14
Appeared in
Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft | 67.1
Type
Text
Size or Duration
36–53
Coverage
This publication is the result of work carried out in Research Area 3: Future Perfect.
How to cite:
Sebastian Tränkle. "Die amoralische Moralität der Kunst. Oscar Wildes negativer Perfektionismus." Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft 67, no. 1 (2022): 35–52. https://doi.org/10.28937/9783787343089_3.