Das Recht auf Sprache
Susanne Strätling – 2025
Susanne Strätlings Kapitel beleuchtet die Voraussetzungen von Positionierung. Strätling betont, dass sich zu positionieren zuallererst bedeutet, sich in den Stand der Sprachfähigkeit zu versetzen und einen Standpunkt in einem diskursiven Feld einzunehmen. In ihrer Auseinandersetzung mit Iryna Shuvalovas Kriegsgedicht wenn man mich nicht tötet, das die Autorin 2022 angesichts der russischen Invasion in die Ukraine verfasst hat, fragt Strätling nach den Möglichkeiten von kommunikativen Prozessen an Orten, an denen das Recht, die Stimme zu ergreifen grundsätzlich bezweifelt wird. Sie zeigt, mit welchen Selektionsprozessen und Ausschlussmechanismen Redeberechtigung reguliert wird, und fragt danach wie Zensur Zonen neuer, teils exzessiver Sprachmodi eröffnet.
Susanne Strätling's chapter sheds light on the prerequisites for positioning oneself in such a manner, emphasising that in order to do so, one must first and foremost be able to occupy a standpoint within a given discursive field. In her engagement with Iryna Shuvalova's war poem if I am not being killed, composed in 2022 in response to the Russian invasion of Ukraine, Strätling explores the potentials of communicative processes in spaces where the right to articulate an opinion is contested. In so doing, she discusses the mechanisms of selection and exclusion through which permission to speak is regulated, and asks how censorship can open up zones of new, sometimes excessive modes of speech.
How to cite:
Susanne Strätling. "Das Recht auf Sprache." In Standortbestimmungen. Literarische Positionierung in der Gegenwart, edited by Barbara Bausch and Julia Weber, 33–49. Edition AVL 1. Berlin: Berlin Universities Publishing, 2025. https://doi.org/10.14279/depositonce-23186.
