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Konzert & Lecture | Die Reinterpretation des Radīf

Nov 19, 2026 | 06:30 PM
Elshan Ghasimi mit der Tar bei der Aufnahme von Dastgāh-e Chahārgāh in der Münchner Glyptothek, 2024. Foto: Georg Stirnweiß

Elshan Ghasimi mit der Tar bei der Aufnahme von Dastgāh-e Chahārgāh in der Münchner Glyptothek, 2024. Foto: Georg Stirnweiß

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit den Musikwissenschaften der FU Berlin statt.

Die Komponistin und Virtuosin Elshan Ghasimi erneuert in ihrem auf lange Jahre angelegten Projekt "Die Reinterpretation des Radīf" das klassische Musikerbe Persiens. Im November und Dezember ist sie am EXC 2020 Artist in Residence und gibt mit diesem Konzert Einblick im ihre künstlerische Praxis.

Die Musikwissenschaftlerin und Expertin für persische Musik Mona Mirkamali eröffnet den Abend mit einer Einführung in den Radīf, sein Regelwerk und seine Überlieferung.

Der Radīf (dt. Reihenfolge, Ordnung) ist eine Sammlung von Melodien, die in zwölf modulare Systeme – die Dastgāhs und Avās – gegliedert ist. Dieses komplexe musikalische System wurde über Jahrtausende hinweg mündlich überliefert. 

Der Fortbestand und die Lebendigkeit dieser Tradition hängen seit jeher wesentlich von ihrer Weitergabe von einer Generation zur nächsten ab. Seit den ersten Transkriptionen in westliche Notenschrift sowie den ersten Tonaufnahmen Mitte des 20. Jahrhundert und verschärft durch die Revolution 1979 blieb eine tatsächliche Erneuerung des Repertoires jedoch aus.

Mit dieser Veranstaltung im Hörsaal der Theaterwissenschaften wird diese Musiktradition wieder in Bewegung versetzt.

 

Elshan Ghasimi ist Komponistin, Virtuosin der persischen Langhalslauten Tar, Setar und Robab sowie der Dayere und Expertin für persische Kunstmusik. Ausgebildet im klassischen Radīf-Repertoire wurde sie im Alter von 17 Jahren das jüngste Mitglied des iranischen Nationalorchesters. Seit 2016 lebt sie in Deutschland, wo sie weiterhin als Solistin auftritt, komponiert und mit renommierten Ensembles wie Concerto Köln musiziert. Ihr Werk verbindet das persische musikalische Erbe mit vielfältigen Musikgenres – darunter zeitgenössische klassische Musik, Jazz, experimentelle Musik und Alte Musik.

Mona Mirkamali promoviert seit 2021 an der Humboldt-Universität zu Berlin im Fach Medienwissenschaft. Ihre Dissertation untersucht epistemische Autorität in der persischen Musik sowie Prozesse der Wissensproduktion und -vermittlung. Zuvor studierte sie Wissenschaftsgeschichte (M.A.) an der Universität Regensburg und Physik (B.Sc.) im Iran. Parallel zu ihrem akademischen Werdegang widmet sie sich aus persönlichem Interesse der persischen Musik und praktiziert sie auch in ihrer Freizeit.

 

Time & Location

Nov 19, 2026 | 06:30 PM

Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaft
Grunewaldstr. 35
12165 Berlin

Further Information

Eintritt frei