Workshop: Vernetzungspotenzial digitaler Angebote und Data Sharing für Forschungszwecke

Nov 25, 2019 | 10:00 AM - 05:00 PM

Der Exzellenzcluster "Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective" untersucht, wie Literatur über Räume und Zeiten hinweg ausgreift und dabei – manchmal über Jahrtausende – komplexe Netzwerke ausbildet, die im ständigen Austausch mit anderen Künsten, Medien, Institutionen und gesellschaftlichen Phänomenen stehen. Der Cluster geht von der literaturgeschichtlichen Annahme aus, dass literarische Werke ihre Bedeutung nicht darin erschöpfen, dass sie aufeinander "folgen", sondern dass sie Beziehungen durch die Zeit stiften und aufeinander Bezug nehmen. Die Research Area 5 lotet aus, wie die Relationen zwischen erfassten Kulturgütern, assoziierten Personen, Einrichtungen, Orten, Ereignissen für die Bearbeitung literaturgeschichtlicher Fragestellungen erforschbar gemacht werden können. Der (interne) Workshop zum Thema "Vernetzungspotenzial digitaler Angebote und Data Sharing für Forschungszwecke" dient der Präzisierung dahingehender Verfahren und Methoden.

Einerseits haben wissenschaftliche Bibliotheken und Archive im Kontext der digitalen Transformationen die Herausforderung angenommen, den digitalen Zugang zu ihren Beständen über den traditionellen Bereich der Informations- und Literaturversorgung hinweg zu ermöglichen, indem sie Informationssammlungen und Digitalisate in vernetzte digitale Infrastrukturen überführen. Andererseits erweitern die Geisteswissenschaften zusehends ihr Methodenspektrum hinsichtlich der Gewinnung von neuen Erkenntnissen durch digital-basierte Forschungen, die mit der kritischen Auseinandersetzung mit den bereitgestellten Ressourcen einhergehen.

Der Workshop "Vernetzungspotenzial digitaler Angebote und Data Sharing für Forschungszwecke" zielt darauf, zu erörtern, inwieweit die fortschreitende Vernetzung von Daten, die von Bibliotheken und Archiven bereitgestellt werden, jetzt schon ein semantisch strukturiertes Netz bildet, das für literaturgeschichtliche Fragestellungen maschinell exploriert und ausgewertet werden kann. Können die bestehenden Informationsinfrastrukturen und Datenschnittstellen dahingehend z.B. Data-Mining- und Distant Reading-Verfahren bereits jetzt schon unterstützen? Wie können dabei die verschiedenen Informations- und Digitalisatangebote sinnvoll verknüpft werden, z.B. auf Basis von Normdaten und kontrollierten Vokabularen?

Arbeitsthemen:

  • Von der Bibliotheksrecherche zu Data-rich literary history ‒ Versuch einer Standortbestimmung
  • Linked Open Library Data? Eine Bestandsaufnahme
  • Literaturgeschichtliche Anwendungsszenarien für Katalogdaten
  • Vernetzungspotenzial der digitalen Angebote in Anwendung von Normdaten und kontrollierten Vokabularen

Organisation des Workshops: Dr. Bart Soethaert & Dr. Armin Volkmann

Beteiligte: Vertreter*innen aus dem FU-Bibliothekssystem, der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Ibero-Amerikanischen Institut, der Archivdatenbank der Akademie der Künste, der Deutschen Nationalbibliothek sowie dem Theodor-Fontane-Archivs an der Universität Potsdam und dem Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt.

Die Teilnahme am Workshop ist offen für alle Mitglieder des EXC 2020. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Anmeldung bis zum 21. November 2019 unter carlotta.mickeleit@fu-berlin.de gebeten.

Time & Location

Nov 25, 2019 | 10:00 AM - 05:00 PM

Freie Universität Berlin
EXC 2020 Temporal Communities
Altensteinstraße 15
14195 Berlin