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Gesche Piening

Gesche Piening: Produziere Ich

Gesche Piening: Produziere Ich
Image Credit: Gesche Piening

Gesche Piening hat nach einem Abschluss an der Schauspielschule Otto Falckenberg, München, seit 2003 in zahlreichen Theaterprojekten als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin gearbeitet und dabei das Theater als Institution, Ort der Kunst und Arbeitsplatz in einigen eigenen Produktionen mit den Mitteln von Kunst und Diskurs kritisch beleuchtet. Für ihre Arbeit erhielt sie viele Auszeichnungen und wichtige Nominierungen, zuletzt war sie nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2020 (Shortlist) und für den 70. Hörspielpreis der Kriegsblinden 2021.

Im Anschluss an ihre vieldiskutierte (Wander-)Ausstellung "Brenne und sei dankbar" (2012), die sich im Zitat bekannter Formeln zur 'freien' kreativen Tätigkeit mit der realen Härte künstlerischer Arbeit unter prekären Bedingungen am Beispiel von Theater- und Tanzschaffenden auseinandersetzt, hat Gesche Piening eine Reihe einschlägiger künstlerisch-politischer Werke in unterschiedlichen Medien und Formaten verfasst, komponiert und aufgeführt. Dazu gehören etwa das Radiofeature Kreativ aber günstig (2014) mit der Frage: "Sind Künstler*innen das ideale Arbeitsmodell westlicher Ökonomien?", die Theater-Performance Vom Zauber der Nachfrage (2013) als Feier der Gründung eines "profitablen Kulturunternehmens" und das Radiofeature Besser ist nicht gut genug (2015), "über das Leben in einer atemlosen Optimierungsgesellschaft". https://www.geschepiening.de/projekte

Schon 2011 hat Gesche Piening mit einer szenischen Lesung unter dem Titel(zitat) "Ich könnte heulen, daß ich frei bin" zum 20. Todestag von Roland Schernikau die Frage nach widerständiger Individualität und Gemeinschaft aufgeworfen, die das Theaterstück Wer wollen wir gewesen sein? (2017) aufgreift und in eine kritische (Selbst-)Befragung zu Demokratie und Engagement überführt. Ihre neuesten Hörspiele thematisieren entsprechend vermeintlich private oder persönliche Themen wie Armut und Abstiegsängste, Einsamkeit und Tod unter gesellschaftspolitischen Vorzeichen und mit den Mitteln von Dokumentation und Reportage, ohne dabei ihre künstlerische Sensibilität und Formensprache einzubüßen, etwa Der Tod unterscheidet nicht. Wir schon (2019) über die 'Bestattung von Amts wegen', Einsam stirbt öfter. Ein Requim (2020) und bin pleite ohne mich (2021).

Das für den Workshop komponierte Hörspiel Produziere_Ich von und mit Gesche Piening und mit der Musik und technischen Einrichtung von Manuela Rzytki erforscht entsprechend die Zumutungen und Aushandlungsprozesse der (Selbst-)Akquise und des zielgruppenorientierten künstlerischen Arbeitens mit den Mitteln von Satire, Ironie und Witz.

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