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Ein Fallbeil für die Aufklärung. Heinrich von Kleists 'Michael Kohlhaas'

Article

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Nina Tolksdorf – 2020

Die Kleistforschung zeigt ein reges Interesse an der Frage, wie Kleist zur Aufklärung stand. Auch der vorliegende Artikel reiht sich in diesen Themenkomplex ein und zeigt, dass Kleists Texte Postulate der Aufklärung immer wieder dadurch problematisieren, dass sie den Anspruch der Aufklärung auf Ordnung und System torpedieren. Eine der wichtigsten Tugenden der deutschen Aufklärung ist die Redlichkeit, die als Tugend der Kaufmänner verstanden wird und somit im semantischen Feld von Schulden, Schuld, Tausch und Handel zu verorten ist. Wie aber kann Michael Kohlhaas, der so viel Zerstörung anrichtet, redlich sein? Anhand eines close reading zeigt der Artikel, dass der Text selbst eine redliche Ökonomie aufweist, indem die totalitären Tendenzen von Kohlhaas immer wieder durch die Rhetorik des Textes unterbrochen werden. Es ist nicht primär Kohlhaas, der redlich ist, sondern die Darstellung des Textes.

Title
Ein Fallbeil für die Aufklärung. Heinrich von Kleists 'Michael Kohlhaas'
Publisher
American Association of Teachers of German
Location
New Jersey
Keywords
Article; RA 4: Literary Currencies
Date
2020-05-08
Appeared in
The German Quarterly | 93.2
Type
Text
Size or Duration
237–254
Coverage
This publication is the result of work carried out in Research Area 4: Literary Currencies.

How to cite:
Nina Tolksdorf. "Ein Fallbeil für die Aufklärung. Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas." The German Quarterly 93, no. 2 (2020): 237–254. https://doi.org/10.1111/gequ.12135.