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Für ein interessiertes Wohlgefallen. Anmerkungen zu diskriminierenden und rassistischen Strukturen im Umgang mit (digitaler) Literatur

Design of book cover © Lichten – Kommunikation und Gestaltung / Simon Fischer

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Nina Tolksdorf – 2025

Dass aus den Einschränkungen, gehört zu werden oder sich in den Stand der Sprachfähigkeit zu versetzen, neue Schreibweisen und Publikationsformen hervorgehen, zeigt Nina Tolksdorf in ihrem Beitrag "Für ein interessiertes Wohlgefallen". In ihrer Auseinandersetzung mit (zunächst oder primär) digital publizierten Texten, deren literarische Qualität im Feuilleton immer wieder in Frage gestellt wird, zeigt sie, dass politische und aktivistische Stimmen aus dem Kanon nicht zufällig ausgeschlossen werden. Sie argumentiert, dass das Beharren auf vermeintlich rein ästhetische Kriterien Ausdruck von diskriminierenden Praktiken ist, die sich im Zuge der Aufklärung etabliert haben und bis in aktuelle Diskurse hineinwirken. Der Beitrag beleuchtet (digitale) literarische Strategien der Gemeinschafsbildung von Autor·innen wie Marina Weisband, Sarah Berger oder Christiane Frohmann, die neue Ästhetiken einer vernetzten Vielheit etablieren und damit auch neue Vorstellungen des 'Ästhetischen' hervorbringen.

In her paper, Nina Tolksdorf points out that innovative forms of writing and publication often emerge in scenarios where the right to speak and be heard is being withheld. Focusing on texts published (initially or primarily) in the digital realm – pieces of writing whose literary quality is habitually questioned in the arts pages – she argues that the exclusion of political and activist voices from the canon is by no means a coincidence; rather, Tolksdorf contends, the insistence on – supposedly – purely aesthetic criteria is in fact an expression of discriminatory practices that took root during the Enlightenment and continue to have a major impact on current discourses. Her chapter also engages with (digital) literary strategies of community building by authors such as Marina Weisband, Sarah Berger and Christiane Frohmann, who between them have established a pioneering aesthetics of networked multiplicity.

Title
Für ein interessiertes Wohlgefallen. Anmerkungen zu diskriminierenden und rassistischen Strukturen im Umgang mit (digitaler) Literatur
Publisher
Berlin Universities Publishing
Location
Berlin
Keywords
Book Chapter; RA 2: Travelling Matters
Date
2025-07-11
Appeared in
Barbara Bausch, Julia Weber (Eds.). Standortbestimmungen. Literarische Positionierung in der Gegenwart (= Edition AVL 1)
Type
Text
Size or Duration
83–107
Coverage
This publication is the result of work carried out in Research Area 2: Travelling Matters.

How to cite:
Nina Tolksdorf. "Für ein interessiertes Wohlgefallen. Anmerkungen zu diskriminierenden und rassistischen Strukturen im Umgang mit (digitaler) Literatur." In Standortbestimmungen. Literarische Positionierung in der Gegenwart, edited by Barbara Bausch and Julia Weber, 83–107. Edition AVL 1. Berlin: Berlin Universities Publishing, 2025. https://doi.org/10.14279/depositonce-23186.