Springe direkt zu Inhalt

Workshop | Schreiben und Übersetzen mit Akzent

May 20, 2022 | 10:00 AM - 04:00 PM

Organised by Cornelia Ortlieb, Research Area 4: "Literary Currencies", Project "A Dialogue from Time to Time".
This event will be held in German, Arabic and English.

Schreiben und Übersetzen mit Akzent

Workshop mit Autor*innen und Übersetzer*innen.
Mit Rasha Abbas, Anke Bastrop, Leila Chammaa, Mohammad Diban, Rasha Habbal, Sandra Hetzl, Ahmad Katlesh und Hanan Natour.

Der Workshop lädt zu einem deutsch-arabischen Gespräch über das Schreiben, Übersetzen und Sprechen ‚mit Akzent‘ ein und diskutiert die Eigenart einer mehrsprachigen Literatur, die mit unterschiedlichen Schriftsystemen und entsprechend auch je verschiedenen Sprechweisen und Akzentuierungen arbeitet.

Begegnungen von deutscher und arabischer (Schrift-)Sprache haben in der Moderne eine lange Geschichte, etwa im berühmtesten west-östlichen Schreibprojekt, dem Divan Goethes, in ‚orientalischen‘ Erzähltexten Jean Pauls und den abenteuerlichen Märchen Wilhelm Hauffs. Sie wird womöglich gerade in Teilen umgeschrieben; so hat beispielsweise Abbas Khider pointiert und selbstironisch eine Verbesserung der deutschen Grammatik mithilfe des Arabischen vorgeschlagen. Zu den Stimmen der bewegten arabisch-deutschen Literaturgegenwart zählen auch die Texte von Rasha Abbas, Rasha Habbal und Ahmad Katlesh, die in den letzten Jahren ins Deutsche übersetzt wurden: Die Erfindung der deutschen Grammatik (2016/2019), Die letzte Frau (2021), Das Gedächtnis der Finger (2020). Die drei Autor*innen bilden mit Lesungen und Gesprächen den Auftakt des Workshops am Vormittag. Die Autor*innen leben inzwischen – wie ihre Texte – in Deutschland und im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Sie schreiben vor allem auf Arabisch und agieren als mehrsprachige Akteur*innen in der hiesigen literarischen Öffentlichkeit, der längst nicht mehr mit akzentfreier Einsprachigkeit beizukommen ist.

Doch nicht nur die Autor*innen schreiben diese mehrsprachige Literaturgeschichte und -gegenwart, sondern auch ihre Übersetzer*innen. Am Nachmittag des Workshops kommen Sandra Hetzl und Leila Chammaa zu Wort, die seit Jahren aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzen, sowie Anke Bastrop, die die lyrische Nachdichtung der Interlinearübersetzung von Die letzte Frau erstellt hat. Hanan Natour und Mohammad Diban ergänzen als arabisch-deutsch-englisch Schreibende zudem Überlegungen zur Mehrsprachigkeit der Literatur- und Kulturwissenschaft und ihrer Gegenstände.

Auch jenseits des Übersetzens im klassischen Sinne wird bereits seit mindestens zweihundert Jahren erprobt, ‚Arabisch‘ auf Deutsch zu schreiben. Anknüpfend an verschiedene Traditionen eines auch spielerischen oder experimentellen Umgangs mit Sprache und Schrift sollen die Lesungen, Übersetzungsgespräche und wissenschaftlichen Kommentare des eintägigen Treffens neue Formen des Dialogs eröffnen – ohne Reinheitsgebote, zwischen den Sprachen, in Gemeinschaft.

 

Programm

10:00 | Empfang

10:30 | Begrüßung, Vorstellung und Einführung, Cornelia Ortlieb, Katharina Mevissen, Felicitas Pfuhl

11:00 | Fokus Literatur: Lesungen und Gespräche, mit Rasha Abbas, Rasha Habbal, Ahmad Katlesh

12:30 | Mittagspause

13:30 | Fokus Wissenschaft: Vorträge und Gespräche, mit Hanan Natour und Mohammad Diban

14:30 | Kaffeepause

14:45 | Fokus Übersetzungspraxis: Vorträge und Gespräche, mit Sandra Hetzl, Leila Chammaa, Anke Bastrop

bis 16:00 | Diskussionsforum mit allen Teilnehmer*innen



The workshop centers on a German-Arabic conversation about writing, translating and speaking ‘with an accent’. In its course we invite the participants to discuss the characteristics of multilingual literatures that come with different writing systems, and, accordingly, different ways speaking and accentuations.

Encounters between (written) German and Arabic have a long history in modernity; for instance, in the most famous West-Eastern writing project, Goethe’s Divan, in ›oriental‹ prose by Jean Paul and in the adventurous fairy tales of Wilhelm Hauff. This history might currently be in the process of being rewritten: Abbas Khider’s pointed and ironic suggestion to improve German grammar by means of the Arabic language being just one example. Forming part of this vast and ever-shifting German-Arabic contemporary literary scene, Rasha Abbas, Rasha Habbal, and Ahmad Katlesh start the workshop by reading and discussing parts of their texts. The three authors now live – as well as their texts such as Die Erfindung der deutschen Grammatik/The Invention of German Grammar (2016/2019), Die letzte Frau /The Last Woman (2021), and Gedächtnis der Finger/The Memory of Fingers (2020) – in Germany and in the German-language literary scene. They write primarily in Arabic and act as multilingual players in the local literary public sphere, which can no longer be met with accent-free monolingualism.

However, it is not only the authors who are writing this multilingual literary history and present, but also their translators. The afternoon workshop will feature Sandra Hetzl and Leila Chammaa, who have been translating literature from Arabic into German for years, as well as Anke Bastrop, who created the lyrical republication of the interlinear translation of Die letzte Frau. Arabic-German-English writing researchers Hanan Natour and Mohammad Diban will complement the conversation by reflecting on the multilingualism of Literary and Cultural Studies and their subjects from a scholarly point of view.

Going beyond translation in the classical sense, attempts of writing ›Arabic‹ in German go back at least two hundred years. Taking up various traditions of playful or experimental approaches to language and writing, the readings, discussions and academic commentaries of the one-day meeting are intended to open up new forms of dialogue – without imposing purity between languages and in community.

Time & Location

May 20, 2022 | 10:00 AM - 04:00 PM

Freie Universität Berlin
EXC 2020 "Temporal Communities"
Room 00.05
Otto-von-Simson-Straße 15
14195 Berlin

Further Information

Um sich für den Workshop anzumelden, schreiben Sie bitte bis 16.05.2022 eine E-Mail an Felicitas Pfuhl, felicitas.pfuhl@fu-berlin.de.