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A Dialogue from Time to Time

Audio-Reihe

Übersetzen im Gespräch | Translation talks

Schon die Begründung der modernen Übersetzungstheorie durch Friedrich Schleiermacher geht von der Beobachtung aus, dass bereits in alltäglichen Sprechsituationen eine Kunst des Verstehens gefordert und am Werk ist, im einfachsten Gespräch, "auf dem Markt und in den Straßen …, auch in manchen Gesellschaftskreisen, wo ... die Rede regelmäßig wie ein Ball abgefangen und wiedergegeben wird" (Schleiermacher: 1977, 247). Wo die Worte nicht mehr derart leicht hin und her fliegen, setzt auch das Übersetzen ein: zuhause.

Entsprechend bietet die Feature-Reihe des Projekts A Dialogue from Time to Time/Dialog von Zeit zu Zeit am EXC "Temporal Communities" Raum und Zeit für klassische Werkstattgespräche zwischen Autor:innen und Übersetzer:innen. In ihren in loser Folge erscheinenden Beiträgen lädt sie zu Reflexionen über das Sprechen und Schreiben in mehreren Sprachen ein. Dabei kann die ganze Bandbreite des Formats ausgemessen und erprobt werden: Im Selbstgespräch, im Dialog oder auch im Interview sollen gleichermaßen die Mehrsprachigkeit literarischen Schreibens, die Bewegungen zwischen den Sprachen und Praktiken der Hybridisierung erfahrbar werden.

Jede Audio-Einheit misst etwa 20 bis 30 Minuten, an ihrem Beginn steht immer die mehrsprachige Lesung, dann folgen Kommentare und (Selbst-)Reflexionen. Die vorgetragenen literarischen Texte sollen dabei auch visualisiert werden, um die oft untrennbare Einheit von Schriftgebilde und Laut wahrnehmbar zu machen. Für Anfragen bezüglich eines Transkripts der gesprochenen Kommentartexte kann auf Wunsch der Kontakt zu den Sprecher:innen vermittelt werden (Ansprechpartnerin hierfür: Felicitas Pfuhl, felicitas.pfuhl@fu-berlin).

Cornelia Ortlieb

Folge I: Stéphane Mallarmés 'Vers de circonstance' in deutscher Übersetzung

Der erste Beitrag der Reihe stellt ein kollaboratives Übersetzungsvorhaben des DFG-Forschungsprojekts Artefakte der Avantgarden 1885-2015 vor: Die fünf Übersetzerinnen Christin Krüger, Cornelia Ortlieb, Kristin Sauer, Katherina Scholz und Vera Vogel übertragen, je für sich und gemeinsam, insgesamt 482 Gedichte Stéphane Mallarmés vom Französischen ins Deutsche. Sie präsentieren hier jeweils zwei Gedichte samt Übersetzung und sprechen je unmittelbar im Anschluss über ihre Arbeit an diesen Versen.

Übersetzen im Gespräch | Folge I

  • Kristin Sauer mit:
    Un rossignol aux bosquets miens / Die Nachtigall bei mir im Wald

    Toi qui soulages ta tripe /
    Du, der du deinen Darm verwöhnst

  • Katherina Scholz mit:
    Le Faune rêverait hymen / Der Faun erträumte Hymen

    Ami, bois ce jus de pomme / Freund, trink von diesem Apfelsaft

  • Cornelia Ortlieb mit:
    Spirituellement au fin / Voller Geist noch tief im Innern

    Palpite, Aile, mais n’arrête / Schlag, Flügel, aber ohne Halt
  • Vera Vogel mit
    A moins qu’il ne hante la nue / Wenn er nicht zur Nacktwolke eilt

    Vers brûlants et sages proses / Verse feurig, keusche Prosa
  • Christin Krüger mit:
    Leur lévrier industrieux / Ihr Windhund, alert in der Bö …

    Pierre ne va pas, zélée / Stein im Eifer sei doch nicht …

Mallarmé (1842–1898) hat als Dichter, Übersetzer und Visionär der Avantgarde-Künste ein vielgestaltiges Werk hinterlassen, das teils zumindest im deutschsprachigen Raum noch nahezu unbekannt ist. Dazu gehört die hier übersetzte Buchausgabe der Vers de circonstance/Verse unter Umständen, 1920 in Paris herausgegeben von seiner Tochter Geneviève und deren Ehemann Edmond Bonniot. Die Gedichte in meist vier Versen, mit typischerweise acht Silben waren einst auf ihrerseits ‚sprechende‘ Gegenstände geschrieben, darunter Briefumschläge, Visitenkarten, gefaltete Papierfächer, Photographien, Ostereier und Kieselsteine und sind durchgehend anderen Personen gewidmet, die typischerweise auch namentlich genannt sind. Häufig scherzhaft, galant oder freundschaftlich-neckend spielen viele Verse auf Eigenheiten, Gewohnheiten oder Verhältnisse ihrer Adressatinnen und Adressaten an. Zur Besonderheit dieser Dichtung gehört so auch ihre Verankerung in Szenen des geselligen Lebens und entsprechend ritualisierten Praktiken und Umgangsformen, die wiederum ältere poetische Traditionen zitieren und diese für die Salons, den Künstlerfreundeskreis Mallarmés und den literarischen Markt in Paris, der ›Hauptstadt der Moderne‹, modifizieren.

Jede Übersetzung kann so nur ansatzweise die Fülle von Anspielungen, Bezügen und Mehrdeutigkeiten der teils mehrsprachigen Gedichte mit ihren vielen unübersetzbaren Eigennamen erhellen: Auch diese vermeintlich beiläufig geschriebenen Verse müssen eigentlich jeweils als Schrift- und Klanggebilde gelesen werden, damit das virtuose Spiel mit Buchstaben und Lauten annähernd erfasst werden kann. Das beschriebene und beschriftete Objekt verlangt zudem je eigene Aufmerksamkeit, zumal dort, wo die Verse auf Dingen deren spezifische Materialität benennen und selbstreflexiv kommentieren. Im gemeinsamen Versuch, das typische Silbenmaß des Vierzeilers Mallarmés und dessen charakteristische Reimstruktur nachzuahmen, zeigen sich die kollaborativ erarbeiteten deutschen Fassungen hier in mindestens fünf verschiedenen Perspektiven.

Die Übersetzungen stehen hier als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

Folge II: Ufos im Text. Kunstsprachen, Slang und Sakrales. Ein Gespräch zwischen Rasha Abbas und Sandra Hetzl

Zu Beginn des zweiten Beitrags der Reihe steht eine arabisch-deutsche Lesung der Kurzgeschichte Die Regenfabrik / مصنع المطر, eine der zwei Erzählungen des Diptychons Zwei nützliche Erfahrungen, wenn man Kinder verstoßen möchte / خبرتان مفيدتان، في باب طرد الأبناء من المنزل. Daran anschließend kommen Autorin Rasha Abbas und Übersetzerin Sandra Hetzl in einer dritten Sprache, dem Englischen, miteinander ins Gespräch. In einer gemeinsamen Rückschau ihrer Arbeits- und Schreibprozesse setzen sie sich mit der Bedeutung von Mehrsprachigkeit sowie dem (ironischen) Spielen mit Übersetzungen in Abbas‘ Texten auseinander. Dabei gehen sie nicht nur der Spezifik arabisch-deutschen Übersetzens nach, sondern werfen ebenfalls Fragen der Bedeutung und Übersetzbarkeit von Kunstsprachen auf. Durchzogen von Lesungen kurzer Beispielpassagen nehmen die Beiden uns Zuhörenden also in den Orbit der „Ufos im Text“ mit und werfen dabei mit viel Witz und Feingefühl tiefgreifende Fragen der Translation auf.

– Wir danken Mohammad Diban für die Vermittlung und Organisation dieser Folge sowie den Verlagen Almutawassit Books und Mikrotext für die freundliche Genehmigung zum Abdruck der Texte –

Übersetzen im Gespräch | Folge II

Rasha Abbas, geboren 1984 im syrischen Latakia, ist Journalistin und Autorin. 2008 wurde sie mit ihrem ersten Kurzgeschichten-Band Adam hates television beim Damascus Capital of Arab Culture Festival ausgezeichnet. Seither publiziert sie Prosatexte in unterschiedlichen Zeitschriften und Magazinen. Nachdem sie im Jahr 2012 Syrien verlassen musste und zunächst nach Beirut ging, kam sie 2014 als Jean-Jacques Rousseau Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude nach Deutschland. Während ihres Aufenthalts in Stuttgart schloss sie die Arbeit an Die Erfindung der deutschen Grammatik ab, ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Kurzgeschichten-Band. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin. Eine Zusammenfassung von allem, was war, aus dem die in dieser Folge besprochenen Texte stammen, wurde 2018 bei Mikrotext veröffentlicht.

Sandra Hetzl, geboren 1980 in München, studierte Visual Culture Studies an der Universität der Künste Berlin und arbeitet als Literaturübersetzerin aus dem Arabischen. In Beirut und Berlin lebend, ist sie nicht nur Gründerin des Literaturfestivals Downtown Spandau Medina, sondern auch der kollektiv betriebenen Literaturagentur 10/11. Das internationale Kollektiv, bestehend aus Übersetzer:innen, Autor:innen und Editor:innen, versteht sich gleichzeitig als Labor sowie als Sprachrohr für experimentelle Formen zeitgenössischer arabischer Literatur. Neben den Erzählungen von Rasha Abbas übersetzte Sandra Hetzl unter anderem Texte von Aboud Saeed, Assaf Alassaf und Bushra al-Maktari.

Die Erzählung Die Regenfabrik bzw. مصنع المطر, sowie alle weiteren in dieser Folge zitierten Texte stammen aus dem Erzählband Eine Zusammenfassung von allem, was war, erschienen 2018 bei Mikrotext, bzw. ملخص ما جرى, erschienen 2018 bei Almutawassit Books.

Wir danken den Verlagen für die freundliche Genehmigung zum Abdruck.

mikrotext
Rasha Abbas: Eine Zusammenfassung von allem, was war. Erzählungen

Almutawassit Books - www.almutawassit.it

Die Übersetzungen stehen hier als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

Folge III – „Vögel unterschiedlicher Größe“. Von semantischer Elastizität und definitorischer Präzision.

In der dritten Folge spricht Lea Schneider über das Übersetzen aus dem Chinesischen. Anhand des Gedichts einförmiges leben, unförmiges gedicht/ 平淡的生活,生硬的诗 des Lyrikers Sun Wenbo 孙文波 gibt sie Einblick in die spezifischen Herausforderungen beim Übersetzen chinesischer Lyrik. Während Übersetzen in allen Sprachen und Textsorten immer auch eine Arbeit des Entscheidens ist, nimmt dieses in chinesisch-deutschen Übersetzungen einen ganz besonderen Stellenwert ein, wie Lea Schneiders kurze Einführung in den Aufbau der chinesischen Sprache zeigt. Da die Schriftzeichen außerhalb ihres jeweiligen Kontextes größtenteils keine eindeutige Bedeutung haben, sondern viel­mehr ein ganzes Feld von Bedeutungen enthalten, kann also – insbesondere in der Lyrik, in der der Kontext oft unklar oder stark kondensiert ist – eine beeindruckende Polyvalenz in der Sprache entste­hen, der die definitorische Genauigkeit des Deutschen in starkem Kontrast gegenübersteht. Inner­halb dieser semantischen Weite des Chinesischen gilt es also, die spezifische Sprache und Stimme des oder der Autor:in im Übersetzen "wiederzuerfinden". Eine Aufgabe, die nicht nur das "closeste Close Reading, das ich leisten kann" erfordert, sondern immer auch einen "politischen Akt" darstellt, wie Lea Schneider mit Blick auf ihre Position, Aufgabe und Verpflichtung als Übersetzerin erläutert.

Wir danken dem Verlagshaus Berlin, Sun Wenbo sowie Yimeng Wu für die freundliche Genehmigung zum Abdruck des deutschen und chinesischen Textes sowie zur Verwendung der Illustration.

Übersetzen im Gespräch | Folge III

Lea Schneider

Lea Schneider
Image Credit: @mueck-fotografie

Lea Schneider, geboren 1989 und aufgewachsen in Köln, ist Autorin, Literaturkritikerin und Übersetzerin. Von 2008 bis 2015 studierte sie Komparatistik, Sinologie, Kulturwissenschaften und Soziologie u.a. an der Freien Universität Berlin und der Fudan-Universität Shanghai. Sie ist Teil des Berliner Lyrikkollektivs G13, sowie stellvertretende Vorsitzende des Netzwerk freie Literaturszene Berlin. Für ihren Gedichtband Invasion rückwärts erhielt sie 2014 den Dresdner Lyrikpreis. Für CHINABOX. Neue Stimmen aus der Volksrepublik, aus dem auch das hier besprochene Gedicht von Sun Wenbo stammt, wurde sie 2018 mit dem Postpoetry.NRW-Preis und dem Poetry East West Translation Award ausgezeichnet. Zuletzt erschien im Februar 2020 ihr Gedichtband made in china beim Verlagshaus Berlin.

Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Autorin und Übersetzerin promoviert Lea Schneider seit 2019 am EXC 2020 Temporal Communities und der Friedrich Schlegel Graduierten Schule zu Verletzbarkeit als Waffe. Poetiken des Sich-Selbst-Aussetzens zwischen Internetkultur, emanzipatorischer Strategie und Literaturbetrieb.

Sun Wenbos 孙文波 Gedicht 平淡的生活,生硬的诗 sowie die deutsche Übersetzung einförmiges leben, unförmiges gedicht von Lea Schneider sind 2016 in CHINABOX. Neue Stimmen aus der Volksrepublik beim Verlagshaus Berlin erschienen.

Wir danken dem Verlag, Sun Wenbo sowie Yimeng Wu für die freundliche Genehmigung zum Abdruck des deutschen und chinesischen Texts sowie zur Verwendung der Illustration.

https://verlagshaus-berlin.de/programm/chinabox/

http://studiowudesign.com/

Die Übersetzungen sind hier als PDF verfügbar

Folge IV – "Deine Sprache und mein Gedicht, ein Genicht". Paul Celan übersetzen

Image Credit: © Martin Weber theinnerframe.org

Die vierte Folge der Translation Talks ist Konversation und Klangexperiment zugleich. Basierend auf den Gesprächen, die im Rahmen des digitalen Workshops Celan übersetzen entstanden sind, nähert sich das Autor:innen- und Redaktionsteam aus Friederike Günther und Philipp Jusim den Herausforderungen in der Übersetzung von Paul Celans Lyrik gemeinsam mit Stimmen aus der Wissenschaft und Übersetzungspraxis. Im Zentrum steht dabei das Gedicht Weggebeizt, welches – wie so viele von Celans Gedichten – eine ganz eigene Materialität entfaltet sowie mit seiner Vielzahl an Neologismen Bild- und Klangwelten erschafft, für die es in der Übersetzung häufig keinen Ausdruck gibt. Anstelle bildlicher Übertragungen steht in vielen Celan-Übersetzungen also vielmehr das Klangerlebnis im Zentrum. Und so stellt auch diese Folge eine Klangerfahrung dar, in der sich Celans eigene Stimme collagenhaft mit denen seiner Übersetzer:innen ins Polnische, Portugiesische, Italienische, Englische, Französische, Spanische und Niederländische mischt. Was sich dabei entfaltet, ist also nicht nur ein Dialog über Fragen der (Un)Übersetzbarkeit und Transformation, sondern eine Klangcollage, die das Austesten der Grenzen der Sprache selbst auditiv erfahrbar macht.

Mit Zitaten von: Friederike Günther, Moshe Kahn, Simone Homem de Mello, Ton Naaijkens, Jadwiga Kita-Huber, Luis Miguel Isava, Clément Fradin und Yoko Tawada.

Übersetzen im Gespräch | Folge IV

Redaktion und Schnitt:

Prof. Dr. Friederike Günther, geb. 1972, studierte Germanistik und Russistik in Marburg und Berlin. Nach ihrer Promotion am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Berlin sowie der Universität Würzburg, wo sie 2015 ihre Habilitation abschloss. Es folgten Professurvertretungen und Gasdozenturen in Tübingen, Erlangen und Oxford. Seit 2018 vertritt sie die Professur von Peter-André Alt am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität und forscht dort u.a. zu Lyrikgeschichte, Intermedialität der Literatur und literarischer Anthropologie.

Phillip Jusim, geb. 1970 in Moskau, lebt in Berlin und arbeitet als freier Autor, Radiojournalist und staatlich anerkannter Übersetzer und Simultandolmetscher für Russisch. Auf sein Publizistikstudium an der Freien Universität Berlin folgte eine wissenschaftliche Mitarbeit am Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin. Seit 2005 ist er als freier Journalist tätig, u.a. für den WDR; SWR und Deutschlandfunk. Sein Feature Schwarzmarkt des Wissens (rbb) wurde 2007 beim Kulturradio Hörstückwettbewerb INNOVATIONEN ausgezeichnet. 2014 war er Stipendiat des Netzwerk Recherche und wurde im Jahr darauf als Wirtschaftsjournalist des Jahres ausgezeichnet. Seit 2016 betreibt er einen eigenen Kultur-Veranstaltungsort in Berlin-Neukölln.

Sprecher:innen

Clément Fradin ist Postdoktorand am Institut des textes et manuscrits modernes des Centre Nationale de Recherches Scientifique und der École normale supérieure. 2018 promovierte er an der Université de Nantes mit einer Arbeit zur Referenzialität in der Lyrik Paul Celans. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet er als Übersetzer. Als solcher hat er nicht nur Texte von Paul Celan, sondern auch die Marx-Engels-Briefe von 1975 bis 1880 übersetzt. 2020 erschien das von ihm mitherausgegebene Cahier Paul Celan beim Verlag L’Herme.


Simone Homem de Mello, geb. in São Paulo, Brasilien, ist Autorin von Lyrik und Libretti sowie Literaturübersetzerin. Zwischen 1993 und 2010 lebte sie in Berlin, wo sie Libretti sowie mehrere portugiesische Gedichtbände wie Périplos (Ateliê Editorial, 2005) oder Terminal, à Escrita (Ateliê Editorial, 2015) verfasste. Als Übersetzerin legt sie ihren Schwerpunkt auf moderne und zeitgenössische Lyrik und hat insbesondere für ihre Übersetzungen von Peter Handkes Werk Bekanntheit erlangt. Neben ihren Übersetzungstätigkeiten leitet sie heute das Studienzentrum für Literaturübersetzung im Museum Casa Guilherme de Almeida in São Paulo und forscht gleichzeitig am Referenzzentrum Horaldo de Campos im Museum Casa das Rosas.

Prof. Dr. Luis Miguel Isava, geb. 1958 in Caracas, Venezuela, studierte Theoretische Physik und zeitgenössische Lateinamerikanische Literatur an der Universidad Simón Bolívar in Caracas, bevor er 1996 in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Emory University in Atlanta promovierte. Seit 1991 ist er Professor für Literatur an der Universidad Simón Bolívar. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören zeitgenössische Poesie, Theorie der Ästhetik und literarische Philosophie. Von 2021 bis 2022 arbeitet er als assoziierter Forscher am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. Außerdem ist er als Übersetzer von englischen, französischen, italienischen und deutschen Texten tätig.

Prof. Dr. Jadwiga Kita-Huber ist Übersetzerin und Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft sowie Komparatistik und Übersetzen an der Jagiellonian University in Krakau, Polen. 2003 promovierte sie zu Verdichtete[n] Sprachlandschaften. Pauls Werk als Gegenstand von Interpretation und Übersetzung. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören seitdem neben der Celan-Forschung u.a. Erzähltheorie, Exilliteratur, Translationswissenschaft sowie der Zusammenhang von Literatur und Religion. 2020 erschien der von ihr mitherausgegebene Band Leseszenen. Poetologie – Geschichte – Medialität im Winter-Verlag. Als Übersetzerin übersetzte sie u.a. Texte von Peter Bürger sowie Edmund Husserls Briefe an Roman Ingarden ins Polnische.

Moshe Kahn, geb. 1942 in Düsseldorf, studierte nach der Flucht mit seinen Eltern in die Schweiz Altorientalistik, Philosophie und Rabbinische Theologie in Deutschland, Italien und Israel. Nach seiner Promotion in Altorientalistik arbeitete er als Regisseur in Rom, bis er sich vollständig aufs Übersetzen verlegte. Neben Autoren wie Primo Levi oder Pier Pasolini übersetzte er als erster auch Gedichte von Paul Celan ins Italienische. Seine Übersetzung des lange als „unübersetzbar“ geltenden italienischen Romans Horcynus Orca von Stefano D’Arrigo brachte ihm 2015 den Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis ein. Im gleichen Jahr wurde ihm für sein Lebenswerk der Paul-Celan-Preis verliehen.


Prof. Dr. Ton Naaijkens, geb. 1953 in den Niederlanden, ist Übersetzer und Professor für Deutsche Literatur und Übersetzungsstudien an der Universität Utrecht. Neben Übersetzungsgeschichte und komparatistischer Literaturforschung gehören u.a. Literatur des 20. & 21. Jahrhunderts und zeitgenössische Lyrik zu seinen Forschungsschwerpunkten. Er ist Herausgeber der übersetzungswissenschaftlichen Zeitschrift Filter und des Literaturmagazins Terras. Ins Niederländische übersetzte er neben den Romanen von Robert Musil auch das gesammelte Werk von Paul Celan.

Yoko Tawada, geb. 1960 in Tokio, studierte Literaturwissenschaft in Tokio, Hamburg und Zürich. Seit 1982 lebt, schreibt und übersetzt sie in Deutschland, zunächst in Hamburg, heute in Berlin. Sie schreibt in unterschiedlichen Sprachen und Genres: Auf Deutsch und Japanisch veröffentlichte sie eine Vielzahl an Essays, Romanen, Hörbüchern und Gedichten. Ihre Arbeit brachte ihr diverse Preise ein, darunter der Adalbert-von-Chamisso-Preis 1996, der Kleist-Preis 2016 sowie der National Book Award for Translated Literature 2018. Ihr jüngster Roman Paul Celan und der chinesische Engel erschien 2020 im Konkursbuchverlag.


Verwendetes Audiomaterial:

Celan: "Safety Recall Notice". Halo. Exile On Mainstream Records: 2009. CD.

Celan: "Lunchbox". Halo. Exile On Mainstream Records: 2009. CD.

Paul Celan: Ich hörte sagen. Gedichte und Prosa. Der Hörverlag: 2004. CD.

Die Übersetzungen sind hier als PDF verfügbar

Folge V - "Dichtung und Denken. Die Übersetzung von Celans 'Todtnauberg' im Kontext der Heidegger-Kontroverse"

An die vierte Folge anschließend basiert auch dieser Translation talk auf den Mitschnitten der Gespräche, die innerhalb des digitalen Workshops Celan übersetzen geführt worden sind. Im Zentrum dieser Folge stehen die englischen und französischen Übersetzungen des Gedichts Todtnauberg, welches Paul Celan nach seinem Besuch beim Philosophen Martin Heidegger im Sommer 1967 verfasste. In Todtnaubergs klanglicher und metaphorischer Vielschichtigkeit, in der Hoffnung und Grauen so nah beieinanderliegen, lässt sich u.a. der Ausdruck des Wunsches eines jüdischen, im Exil lebenden Dichters erkennen, der Denker möge Stellung zu seiner Rolle im nationalsozialistischen Regime beziehen. In diesem Kontext sind die Übersetzungen des Gedichts also immer auch – mehr oder minder implizite – Stellungnahmen in der kontrovers geführten Debatte um Heideggers Position als Kollaborateur sowie Interpretationen seines Verhältnisses zu Celan.

Dieses Spannungsverhältnis illustrierend, übersetzen Friederike Günther und Philipp Jusim Todtnauberg in eine klangliche Form und schaffen ein Hörerlebnis, in dem – wie im Gedicht selbst – Schönes und Schreckliches nah beieinanderliegen, eine vermeintliche Naturidylle immer wieder mit dem Unheimlichen und Abgründigen vermischt, überblendet und konterkariert wird. Auf den Spuren Celans blickt das Autor:innenteam „unter die Dinge, durch die Dinge hindurch“ und was in diesem auditiven Dickicht nachklingt, ist nichts weniger als die Frage nach Fremdheit und Vertrautheit im Denken, Dichten und Übersetzen.

 

Mit Zitaten von: Martin Heidegger (O-Töne), Jadwiga Kita-Huber, Christine Ivanovic, Pierre Joris, Moshe Kahn, Yoko Tawada und Dirk Weissmann.

Sprecherin der französischen Gedichte: Vera Vogel

Übersetzungen der englischen Wortbeiträge: Friederike Günther

Titelbild: Digne Meller-Marcovick, 1966

Übersetzen im Gespräch | Folge V

Konzeption, Redaktion und Schnitt:

  

Prof. Dr. Friederike Günther, geb. 1972, studierte Germanistik und Russistik in Marburg und Berlin. Nach ihrer Promotion am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Berlin sowie der Universität Würzburg, wo sie 2015 ihre Habilitation abschloss. Es folgten Professurvertretungen und Gasdozenturen in Tübingen,, Erlangen und Oxford. Seit 2018 vertritt sie die Professur von Peter-André Alt am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität und forscht dort u.a. zu Lyrikgeschichte, Intermedialität der Literatur und literarischer Anthropologie.

  

  

Phillip Jusim, geb. 1970 in Moskau, lebt in Berlin und arbeitet als freier Autor, Radiojournalist und staatlich anerkannter Übersetzer und Simultandolmetscher für Russisch. Auf sein Publizistikstudium an der Freien Universität Berlin folgte eine wissenschaftliche Mitarbeit am Fachbereich Literaturwissenschaften in Berlin-Dahlem. Seit 2005 ist er als freier Journalist tätig, u.a. für den WDR; SWR und Deutschlandfunk. Sein Feature Schwarzmarkt des Wissens (rbb) wurde 2007 beim Kulturradio Hörstückwettbewerb INNOVATIONEN ausgezeichnet. 2014 war er Stipendiat des Netzwerk Recherche und wurde im Jahr darauf als Wirtschaftsjournalist des Jahres ausgezeichnet. Seit 2016 betreibt er einen eigenen Kultur-Veranstaltungsort in Berlin-Neukölln.

Sprecher:innen:


Univ.-Prof. Dr. Christine Ivanovic, geboren 1963 in Erlangen, studierte Neuere Deutsche Literatur, Slavistik und Philosophie an der Universität Erlangen-Nürnberg bevor sie dort 1995 im Fach Komparatistik promovierte. Es folgten Fellowships und Gastprofessuren in Japan und den USA und Österreich. Seit 2015 ist hält sie die Berta-Karlik-Professur am Insitut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Wien inne. Schwerpunktmäßig forscht sie zu translationaler Literatur und west-östlichem Kulturtransfer. 2020 erschien der von ihr mitherausgegebene Sammelband Schnittstelle Japan. Kontakte – Konstruktionen – Transformationen.


Prof. Dr. Jadwiga Kita-Huber ist Übersetzerin und Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft sowie Komparatistik und Übersetzen an der Jagiellonian University in Krakau, Polen. 2003 promovierte sie zu Verdichtete[n] Sprachlandschaften. Pauls Werk als Gegenstand von Interpretation und Übersetzung. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören seitdem neben der Celan-Forschung u.a. Erzähltheorie, Exilliteratur, Translationswissenschaft sowie der Zusammenhang von Literatur und Religion. 2020 erschien der von ihr mitherausgegebene Band Leseszenen. Poetologie – Geschichte – Medialität im Winter-Verlag. Als Übersetzerin übersetzte sie u.a. Texte von Peter Bürger sowie Edmund Hussersl Briefe an Roman Ingarden ins Polnische.

  

  

Moshe Kahn, geb. 1942 in Düsseldorf, studierte nach der Flucht mit seinen Eltern in die Schweiz Altorientalistik, Philosophie und Rabbinische Theologie in Deutschland, Italien und Israel. Nach seiner Promotion in Altorientalistik arbeitete er als Regisseur in Rom, bis er sich vollständig aufs Übersetzen verlegte. Neben Autoren wie Primo Levi oder Pier Pasolini übersetzte er als erster auch Gedichte von Paul Celan ins Italienische. Seine Übersetzung des lange als „unübersetzbar“ geltenden italienischen Romans Horcynus Orca von Stefano D’Arrigo brachte ihm 2015 den Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis ein. Im gleichen Jahr wurde ihm für sein Lebenswerk der Paul Celan Preis verliehen.


Pierre Joris, geb. 1946 in Straßburg, ist Autor, Herausgeber und Übersetzer. Von 1992 bis 2012 lehrte er an der SUNY-Albany und lebt bis heute in Brooklyn, New York. Seine Celan-Übersetzungen ins Amerikanische brachten ihm zahlreiche Preise ein, u.a. den PEN Poetry Translation Award 2005. Neben Celan übersetzte er auch Texte von Autoren wie Rainer Maria Rilke, Pablo Picasso oder Maurice Blanchot ins Amerikanische sowie Jack Kerouac oder Allen Ginsberg ins Französische. Des Weiteren ist er der Autor zahlreicher Gedichtbände wie Aljibar (Editions PHI, 2007) oder An American Suite (2016) sowie der Essaybände A Nomad Poetics (Wesleyan University Press, 2003) und Justifying the Margins: Essays 1990-2006 (Salt Publishing, 2009).

  

Yoko Tawada, geb. 1960 in Tokio, studierte Literaturwissenschaft in Tokio, Hamburg und Zürich. Seit 1982 lebt, schreibt und übersetzt sie in Deutschland, zunächst in Hamburg, heute in Berlin. Sie schreibt in unterschiedlichen Sprachen und Genres: Auf Deutsch und Japanisch veröffentlichte sie eine Vielzahl an Essays, Romanen, Hörbüchern und Gedichten. Ihre Arbeit brachte ihr diverse Preise ein, darunter der Adalbert-von-Chamisso-Preis 1996, der Kleist-Preis 2016 sowie der National Book Award for Translated Literature 2018. Ihr jüngster Roman Paul Celan und der chinesische Engel erschien 2020 im Konkursbuchverlag.

  

Vera Vogel, geb. 1997 in Bonn, studiert Allgemeine u. Vergleichende Literaturwissenschaft und Deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin und verbrachte einen einjährigen Studienaufenthalt an der École Normale Supérieure in Paris. Sie ist als studentische Hilfskraft bei Prof. Dr. Cornelia Ortlieb am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie tätig und gehört in diesem Rahmen zum Übersetzerinnnenkollektiv von Stéphane Mallarmés vers de circonstance. Zu hören war sie bereits in der ersten Folge der Translation Talks.

  

Prof. Dr. Dirk Weissmann, geb. 1973, ist Professor für deutschsprachige Literatur am Centre de Recherches et d’Études Germaniques der Université Jean Jaurès in Toulouse. Neben seinen Lehrtätigkeiten ist er außerdem als Übersetzer sowie als assoziierter Forscher am Institut des Textes et Manuscrits Modernes tätig, wo er zu interkultureller und mehrsprachiger Literatur, Kulturtransfer und Übersetzungsstudien forscht. Seine neueste Monografie Les langues de Goethe, Essai sur l’imaginaire plurilingue d’un poète national soll noch in diesem Jahr beim Pariser Verlag Kimé erscheinen.


Verwendetes Audiomaterial:

Bob Rutman Ensemble: “Sonic”. Rutman‘s Steel Cello Ensemble. KLANGBAD: 2011. CD.

Bob Rutman Ensemble: „Zoon“. Rutman‘s Steel Cello Ensemble. KLANGBAD: 2011. CD.

Martin Heidegger: Was heißt denken. Aufnahme des Bayrischen Rundfunks. Auditorium-Verlag: 1952. CD.

Paul Celan: Ich hörte sagen. Gedichte und Prosa. Der Hörverlag: 2004. CD.

Die Übersetzungen sind hier als PDF verfügbar.

Folge VI - Verstellte Wörter und ihre Übersetzung. Ein Gespräch zwischen Uljana Wolf und Mona Körte über Ilse Aichinger

Image Credit: Renaud Camus

Im Zentrum der sechsten Folge der Translation Talks steht Ilse Aichingers Prosagedicht Dover, das 1976 erstmals im Band Schlechte Wörter erschienen ist. Doch Mona Körte und die Lyrikerin Uljana Wolf, die den Text zusammen mit Christian Hawkey ins Englische übersetzte, sprechen nicht nur über Aichingers kantige Sprache, ihre Wortwörtlichkeit oder über die Schwierigkeit, beim Übersetzen mit der Abwesenheit von Zusammenhängen umzugehen, sodass die Mitübersetzung des Scheiterns in diesem Kontext zur Kondition wird. In einer tastenden Bewegung gehen die beiden vielmehr dem Potential einer "schwächeren Architektur der Texte" nach und loten einen Übersetzungsbegriff aus, der nicht auf Übereinstimmung oder positiver Bezugnahme basiert, sondern stets auch das Verlorengehen in sich trägt. Dieses ist auch bei Aichinger ein zentrales Motiv, das sich nicht zuletzt mit Bezug auf die Shoah durch ihr gesamtes Werk zieht. Daran anschließend lässt sich Übersetzen auch als Untergehen der Sprache denken. So spricht Uljana Wolf unter anderem über die Ausstellung Die Hochsee der Ilse Aichinger im Literarischen Colloquium Berlin (LCB), die sie gemeinsam mit Marie Luise Knott kuratiert und die am 29. Oktober eröffnet wird. Die Ausstellung kreist um das Motiv des Meeres und des Verschwindens in Ilse Aichingers Werk und die Dynamik zwischen Untergehen und Rettung im Wort, das in seiner spezifischen Buchstabenkombination auch als Insel fungieren kann, als rettender Weg, um Bezüge herzustellen in der "tödlichen Vielfalt der Möglichkeiten", welche die Sprache ist. Durch diesen "Sprachstrudel" der Texte, in dem sich "jeder Satz aus dem Sagen und Tun des Vorhergehenden entwickelt", führen Mona Körte und Uljana Wolf bis in Aichingers "Innenraum der Sprache" hinein und werfen die Frage auf, ob der Innenraum nicht immer auch das Offene der Sprache ist.

Wir danken dem Verlag Seagull Books für die freundliche Genehmigung zum Abdruck der englischen Übersetzung von Uljana Wolf und Christian Hawkey.

Übersetzen im Gespräch | Folge VI

Prof. Dr. Mona Körte studierte Germanistik, Psychologie und Soziologie in Frankfurt a.M. und Berlin, bevor sie 1998 am Institut für Literaturwissenschaft der TU Berlin promovierte. Auf ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Assistentin am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin folgten eine Habilitation in Deutscher Philologie und Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft sowie Gastprofessuren an der Universität Graz, in Konstanz und an der University of Virginia, Charlottesville/USA. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit übersetzte sie außerdem Texte von Überlebenden aus dem Englischen, darunter Renata Yesner und Robert Goldmann. Nachdem sie von 2016 bis 2018 die Leitung des Forschungsbereichs Weltliteratur am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZfL) innehatte, ist sie heute Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld. Als solche lehrt und forscht sie u.a. zu deutsch/europäisch-jüdischer Literatur- und Kulturgeschichte, Theoriebildung im Exil, Mehrsprachigkeit und Übersetzung sowie zu Retropoetik in Literatur und Film. Derzeit bereitet sie eine Monografie zur Poetologie der Person vor.

Uljana Wolf, geb. 1979 in Berlin, ist Lyrikerin, Übersetzerin und Essayistin. Nachdem sie Germanistik, Kulturwissenschaft und Anglistik in Berlin und Krakau studierte, lebt und arbeitet sie heute in Berlin und New York. Am Pratt Institute in New York unterrichtet sie Deutsch als Fremdsprache und gibt Seminare in Poesie und Übersetzung. 2019/20 hatte sie die August-Wilhelm-von-Schlegel Gastprofessur für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin inne. Ihr eigenes Schreiben, für das sie vielfach ausgezeichnet wurde – u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis (2006), dem Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung (2015) und dem Adalbert-von-Chamisso-Preis (2016) – ist stark beeinflusst von ihrer Arbeit als Übersetzerin, wie auch in ihrem in dieser Folge gelesenen Gedicht L aus dem band falsche freunde (2009) deutlich wird. 2021 erschien ihr Band Etymologischer Gossip. Essays und Reden im Kookbooks Verlag.

  • Aichinger, Ilse: Dover. In: Ilse Aichinger: Schlechte Wörter. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 1976.
  • Aichinger, Ilse: Dover. In: Ilse Aichinger: Bad Words. Selected Short Prose. Übersetzt von Uljana Wolf und Christian Hawkey. London, New York, Calcutta: Seagull Books 2018. (https://www.seagullbooks.org/bad-words/)
  • Herweg, Nikola (Hg.): „Ich schreib für Dich und jedes Wort aus Liebe“. Helga und Ilse Aichinger. Briefwechsel, Wien-London 1939-1947. Wien: Edition Korrespondenzen 2021.
  • Knott, Marie Luise: Namen. In: Ilse Aichinger Wörterbuch. Hg. von Birgit Erdle und Annegret Pelz. Göttingen: Wallstein 2021.
  • Körte, Mona: Kalte Küche. In: Ilse Aichinger Wörterbuch. Hg. von Birgit Erdle und Annegret Pelz. Göttingen: Wallstein 2021.
  • Wolf, Uljana: Die Westsäulenliebhaberei der Übersetzung. In: Uljana Wolf: Etymologischer Gossip. Essays und Reden. Berlin: Kookbooks 2021.
  • Wolf, Uljana: Übersetzen. In: Ilse Aichinger Wörterbuch. Hg. von Birgit Erdle und Annegret Pelz. Wallstein 2021.

Eine Zusammenstellung von Veröffentlichungen und Veranstaltungen anlässlich Ilse Aichingers 100. Geburtstag findet sich hier: http://2021.aichingerhaus.at/

Die Übersetzungen sind hier als PDF verfügbar.